Fake News

Einstmals ging der Begriff der Fake News noch unter anderen Begriffen – Hoax, Propaganda, Desinformation oder auch schlichtweg Satire. Seit einigen Monaten hat sich dieser neumodische Begriff allerdings so fest in den Medien verbissen, dass man  befürchten muss, ihn für eine beträchtliche Zeit nicht mehr loswerden zu können. Dass dahinter keine natürliche, linguistische Entwicklung, sondern eine ganz gezielte Instrumentalisierung steckt, sollte angesichts der Zeit, in welcher der Begriff sich verbreitet hat und von Politikern aufgegriffen wurde, eindeutig sein.

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Fake News – Die Angst vor der Wahrheit


Bereits im Jahre 2015 soll Russland angeblich über diverse Kanäle und Plattformen sogenannte Fake News in Schweden lanciert haben, um pro-russische Meldungen zu verbreiten, sowie durch Berichte über Immigration und Terrorismus Meinung gegen den schwedischen Staat, die NATO und die EU zu machen. Twitter-Nutzer sowie die Nachrichtenportale Russia Today und Sputnik sollen für diese Zwecke genutzt worden sein. Konkrete Beispiele werden nicht genannt und angesichts der jüngsten Entwicklungen in Schweden scheinen solcherlei Behauptungen – zumindest generell im Bezug auf Sicherheit und Immigration – alles andere als realitätsfern.

Während der US Präsidentschaftswahlen 2016 erreichte die Popularität der angeblichen Falschmeldungen ihren vorzeitigen Höhepunkt; innerhalb kürzester Zeit war plötzlich überall von ihnen die Rede und die etablierten Massenmedien überschlugen sich mit Anschuldigungen und Erklärungsversuchen. Ein möglicher Auslöser dafür, naheliegend aufgrund der zeitlich auffälligen Übereinstimmung, war der sogenannte Pizzagate Skandal – eine mittlerweile gut dokumentierte Verschwörungstheorie, geboren aus den von Wikileaks veröffentlichten E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfchef John Podesta. Anfangs wurde diese Theorie beinahe ausschließlich auf anonymen Foren diskutiert und erforscht, eine schnelle Anhäufung von Hinweisen und Umständen, die auf einen Pädophilen-Ring mit Sitz in Washington hindeutete, führte jedoch innerhalb von Wochen zu einer schnellen Verbreitung der Inhalte, bis selbst die Massenmedien darauf reagieren mussten.

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Während dieser Skandal jedoch durch einen Mangel an eindeutigen Beweisen und der anlaufenden Präsidentschaftswahl in den USA an Bedeutung und Bildfläche verlor, wurde der Begriff der Fake News immer häufiger gebraucht. Als der Wahlsieg von Donald Trump die westliche politische und mediale Elite überraschte, brauchte man nicht lange, um den Grund dafür zu finden, weshalb etwas passieren konnte, das nicht hätte passieren dürfen. Plötzlich stand die mazedonische Stadt Veles im Fokus, von wo aus man Fake News in der ganzen Welt verbreitet und somit den Wahlkampf zu Gunsten des Republikaners entschieden haben sollte.

Der Kalte Informationskrieg


Fortan war es auch nur noch ein kleiner Sprung nach Russland. Die Verbreitung der Podesta E-Mails oder der Benghazi-Informationen, Falschnachrichten die das Verhalten der Bürger beeinflussten sowie direkte Wahlmanipulation durch Präsident Putin persönlich wurden kurzerhand auf das russische Konto überschrieben. Auch die US-amerikanischen Geheimdienst-Behörden waren sich dessen innerhalb kürzester Zeit sicher. Dass es in dem verantwortlichen Bericht keinerlei Beweise dafür gibt oder die bloße Existenz von Nachrichtenportalen wie RT und Sputnik bereits als direkte Wahlmanipulation durch Fake News gilt, bleibt dabei weitestgehend unerwähnt. Ähnlich wie im schwedischen Fall im Vorjahr.

Während diese Anschuldigungen weiter lanciert wurden, wurden Google und Facebook bereits in die Pflicht genommen, um gegen die auf ihren Plattformen verbreiteten Falschmeldungen vorzugehen. Der Druck auf Mark Zuckerberg wurde rapide erhöht, bis dieser entschied, künftig sogenannte Fact Checkers – Faktenprüfer – einzusetzen, um gegen die Fake News vorzugehen. Jene Prüfer stellen sich aus mehreren Organisationen zusammen, welche unter anderem von George Soros finanziert werden, aber auch von amerikanischen Nachrichten-Riesen wie ABC News und der Washington Post. In der Zwischenzeit wird bei Google bereits die automatische Vervollständigung von Suchanfragen als Fake News eingestuft und großzügig die Sperrung diverser Internet-Präsenzen voran getrieben.

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Während global und in den USA so also bereits Fakten geschaffen wurden und man mit willfähriger Hilfe der sozialen Medien die Daumenschraube für alle möglichen Arten von unliebsamen Nachrichten fester zurrte, wurde die Entwicklung in Deutschland und anderen Teilen der westlichen Welt mit Kusshänden begrüßt und aufgefangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst kündigte bei ihrer Antrittserklärung zur Bundestagswahl für 2017 den Kampf gegen die Fake News an und warnte bereits präventiv vor Wahlmanipulation in Deutschland. Die SPD rief zur allgemeinen Ächtung der Falschmeldungen während des Wahlkampfes auf, Experten aus Brüssel sehen ganz klar einen russischen Einfluss hinter alledem und die Bundesregierung droht den Betreibern mit harten Bußgeldern, sofern nicht rechtzeitig die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Wenn Lügner entscheiden wer lügt


Während der Kampf gegen Fake News also an allen Fronten bereits im Gange ist, äußern sich die ersten vorsichtigen Stimmen zu der an sich so simplen Frage, was Fake News überhaupt sind. Der Mangel an Diskussion über die Definition eines solchen Hassobjektes, das Politiker und Journalisten weltweit innerhalb weniger Monate in Rage versetzt, lässt tief blicken und wurde – zumindest vorübergehend – ironischerweise vom Facebook Besitzer selbst eingebracht.

Wo beginnt die Falschheit der Nachricht, wann ist es nur eine Vermutung oder eine Meinung, und weshalb sollte eine solche prinzipiell weniger berichtenswert sein? Und gilt ein Fehltritt, wie jüngst bei der FAZ, auch als Brandmal für prominente und renommierte Nachrichtenseiten? Konsequenzen müssen diese offenbar nicht befürchten: Die Washington Post nämlich übernahm aus fremder Quelle eine ungeprüfte Liste von Unternehmen, die angeblich russische Interessen im Wahlkampf vertreten hätten. Kurzerhand musste man daraufhin zurückrudern und im entsprechenden Artikel korrigierend anmerken, dass diese Liste nicht weiter verifiziert werden könne.

Einen ähnlichen Fauxpas beging man mit dem Artikel über einen angeblichen russischen Hacker-Angriff auf das Stromnetz in Vermont. Nachdem man den Artikel veröffentlicht hatte, wurde er kurz darauf undokumentiert verändert. Kurz darauf kam heraus, dass lediglich bekannt sei, dass die verantwortliche Schadsoftware selbst einmal mit russischen Hackern in Verbindung gebracht worden war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings schon andere Nachrichtenportale die Meldung übernommen.

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In Großbritannien werden derweil jetzt erst Bemühungen unternommen, offiziell zu klären, was Fake News überhaupt sind und welchen möglichen Einfluss sie auf die Öffentlichkeit haben. Und auch das BBC will seine eigene Mannschaft zur Überprüfung von Fakten aufstellen. Während man sonst gerne auf globale und bürokratische Maßnahmen setzt, werden hier also ganz national die postfaktischen Sittenwächter aufgestellt.

Dabei wird auch der unangenehme Umstand übergangen, dass diese mächtige Allzweckwaffe überhaupt nicht die Wirkung hat, die man ihr nahezu hysterisch unterstellt. Eine Studie, von zwei Männern aus den Universitäten New York und Stanford unternommen, zeigte nämlich unlängst auf, wie erfolglos diese angeblich wahl-verändernden Fake News wirklich waren. Von den Antworten befragter US-Amerikaner wurde geschlossen, dass sich durchschnittlich kaum mehr als 1% der Bevölkerung überhaupt an solche Meldungen erinnern konnten – und noch weniger sie glaubten. Tatsächlich wird der Einfluss sozialer Medien generell deutlich überschätzt: Lediglich 14% der Befragten gaben an, dass sie ihre primäre Informationsquelle wären. Die Dominanz herkömmlicher Medien bleibt nach wie vor erhalten, werden jedoch zunehmend kritischer konsumiert. Die Schuld dafür ist eindeutig bei den Verantwortlichen zu verorten.

Wahlkampfhilfe für die Etablierten


Davon unbefangen wurde in Deutschland der spontan ausgerufene Kampf mit einer Effizienz vorbereitet und umgesetzt, die man in praktisch allen anderen Bereichen der Verantwortung in den letzten Jahren mit der Lupe suchen musste. Nur einen Monat nach Angela Merkels Verlautbarung wurde von den Herren Innen- und Justizminister bereits die Idee eines Abwehrzentrums vorgestellt; für die Pläne dafür musste man schließlich nicht allzu weit in die Vergangenheit blicken. Nachdem Anetta Kahanes Stasi-Vergangenheit mehr und mehr in den öffentlichen Fokus geraten war, sollten nun also andere Wahrheitskämpfer an die Front.

Und wer besser dafür geeignet, die sozialen Medien zu überwachen, als die traditionellen Medien selbst. Das ARD erklärte Anfang des Jahres die Absicht, bis zum 1. April eine „Anti-Fake-News-Einheit“ aufzustellen, welche die eigenen Recherchen überprüfen soll. Neben dem BBC haben sich auch viele andere mediale Plattformen dieser sogenannten „First Draft Coalition“ angeschlossen, von der New York Times bis hin zu Reuters und Twitter. Über 80 Mitglieder hat dieses weitestgehend westliche Bündnis, die zusammen künftig Quellen recherchieren, Fakten prüfen und somit Falschmeldungen verhindern wollen. Dabei gibt es dann auch in deutscher Sprache Artikel über Online-Falschmeldungen und wie man sie erkennt, oder wieder Vertrauen in den Journalismus errichtet. Mit der Absicht, die Ergebnisse dieser Bemühungen auch öffentlich zu stellen, wären diese Bemühungen durchaus begrüßenswert.

Allerdings dürfte die wahre Absicht solcher an sich noblen Erklärungen anders aussehen, wie auch Thorbjörn Jagland, Generalsekretär des Europarates, anmahnt, im Bezug auf die Einflussnahme von unangenehmen Meinungen. Wie vorsichtig und vage dies noch formuliert ist, zeigt das Interview mit Ranga Yogeshwar, Journalist und Redakteur beim WDR. Darin beschreibt er nicht nur, dass die heutige Demokratie angeblich an einem Mehr an Informationen erstickt – sie verwirren schließlich die armen, dummen Bürger -, sondern auch, was man dagegen unternehmen kann. Zitat:

„Europa muss bei den Massenmedien eine gewisse Souveränität behalten. Es gibt Staaten, die da schon weiter sind. Auch wenn das manchen verblüffen dürfte, will ich hier ausdrücklich China nennen. [..] China behält eine gewisse Kontrolle darüber, welche Nachrichten ihr Land penetrieren.“

Auch mit der Warnung vor sogenannten Social Bots, welche automatisch auf diversen sozialen Medien tendenziöse oder falsche Nachrichten und Kommentare abgeben, hält man sich nicht zurück, trotz des Eingeständnisses, dass man absolut keine empirischen Aussagen über deren Auswirkung treffen könne. Laut eines Mitgliedes des Chaos Computer Clubs geht die politische Gefahr dabei eindeutig eher von Privatfernsehen und lügenden Innenministern aus.

Echte Fake News


Wie verwaschen die Berichterstattung erst wird, wenn die Massen-Medien es sich zur Aufgabe machen, die Thematik der Fake News zu sezieren, zeigt sich am praktischen Beispiel eines Artikels von der WELT. Überwiegend sachlich informiert dieser über die verschiedenen Themenfelder aus dem meinungsbildenden Waffenrepertoire und anhand passender Beispiele gleich dazu, wie sie funktionieren. Problematisch ist allerdings, dass diese Beispiele vor allem das Versagen der klassischen Medien beweisen und sich der Artikel konsequenterweise selbst vorführt.

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Beispiel Eins: Der Fall Lisa. Die vermutliche Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens wird, so die Medien, von russischer Politik und Meinungsmache in den sozialen Medien instrumentalisiert, das Schicksal des Mädchens relativiert und seitens der Berichterstattung dann schlichtweg vergessen. Anfang 2017, ein Jahr nach den Ereignissen, erscheint bei DW ein weiterer Artikel, der die Geschehnisse aufarbeitet. Darin wird der gesamte Fall eindeutig als Propaganda-Lüge bezeichnet und den betroffenen Russland-Deutschen Scham unterstellt. Kurz darauf wird zusätzlich versucht, den Erfolg der AfD bei den  Landtagswahlen 2016 mit dieser angeblichen russischen Propaganda zu erklären. Mit diesen Tönen reiht er sich in die überwiegende Berichterstattung der Medien aus dem Vorjahr ein.

Die Realität: Trotz diverser Missverständnisse und Ungereimtheiten während der Untersuchungen, auf welche der russische Außenminister Lawrow Druck ausübte, indem er Polizei und deutschen Medien Vertuschungsversuche unterstellte, gelangte man zu dem Resultat, dass das Kind tatsächlich sexuell missbraucht worden war, wie man durch ein von den Tätern aufgenommenes Video beweisen konnte. Der Verteidiger äußerte sich in diesem Bezug auch negativ über den Umgang der Öffentlichkeit mit den Ereignissen. Kurz darauf wird gegen zwei junge Männer mit türkischem Hintergrund ermittelt. Dann reißt die Berichterstattung mit einmal Mal komplett ab und es lassen sich keine weiteren Berichte dazu finden, mit Ausnahme des tendenziösen Exemplars der Deutschen Welle. Was bleibt sind nur Hinweise, die auf Bemühungen der Öffentlich-Rechtlichen hindeuten, die Berichterstattung zu verzerren. Was wirklich mit dem Kind geschehen ist, ist keine Silbe mehr wert.

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Beispiel Zwei: Der US-Wahlkampf und die veröffentlichten E-Mails von Hillary Clinton. Der bereits angesprochene Fall wird kurzerhand unter der Gefahr der Cyberangriffe verortet, womit auch eine klare, implizite Zuordnung und Bestätigung geschieht: Ja, die Geheimdienste haben Recht, ja, die E-Mails wurden unter russischem Befehl von russischen Hackern in Besitz gebracht. Dass die offiziellen Berichte keinerlei Beweise enthielten oder die Geheimdienste und Regierungen auch in der Vergangenheit keine Skrupel hatten, zu lügen oder sich auf Fälschungen zu berufen, wird geflissentlich übergangen. Ebenso wie die Aussage von Wikileaks, die besagte E-Mails schließlich veröffentlicht hatten, ignoriert wird, dass die Veröffentlichung durch einen internen Mitarbeiter der demokratischen Partei möglich gemacht worden war.

In beiden Beispielen wird effektiv demonstriert, wie man mittels weniger Zeilen tatsächliche Fake News produziert: Fakten werden ignoriert, Perspektiven einseitig eingenommen und fremde Narrative unkritisch und unreflektiert übernommen. Die einseitige Betrachtung verzerrt die Sachlage damit so massiv, dass selbst Situationen, die für die eigene Position schädlich sein sollten, in genehme Narrativen umgedeutet werden können. So werden aus Beweisen für das eigene Unvermögen kurzerhand Argumente wider den ausgerufenen Feinden geformt. Und die konsumierenden Bildungsphilister tragen den Konsens der Medien willig in die freie Welt.

Das Collectiv der Faktenprüfer


Nach Anetta Kahanes Amadeu Antonio Stiftung, der persönlichen Taskforce des ARD und der First Draft Coalition der globalen Medien gibt es allerdings bereits ein weiteres Kommando, das auf Befehl einschlägiger Investoren den Kampf gegen die Falschmeldungen aufnehmen soll, in diesem Fall öffentlichkeitswirksam für und auf Facebook. Der Name: Correctiv.

Correctiv wurde 2014 gegründet und bezeichnet sich selbst als erstes gemeinnütziges Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Finanziert durch Spenden und geführt von ehemaligen Journalisten bei populären deutschen Medien, erhebt sie den Anspruch, unabhängig von Politik und Wirtschaft zu arbeiten, oder auch in Worten einer dort beschäftigten Reporterin: „Wir haben keine Angst vor Konzernen und Mächtigen.“Weitere Einzelheiten finden sich im Jahresbericht von 2015.

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Wie falsch diese post-faktische Behauptung lässt, sich einfach entblößen: Die Geschäftsführung setzt sich aus David Schraven und Christian Humborg zusammen, Chefredakteur ist Markus Grill. Sowohl Schraven als auch Grill sind zuvor ausgiebig vom Springer-Verlag und der Funke Medien Gruppe beschäftigt worden, während Humborg von 2007 bis zur Gründung von Collectiv Geschäftsführer der Organisation Transparency International Deutschland war, welche auf der Spendenliste von George Soros‘ Open Society Foundation steht. Diese wiederum steht auch offen einsehbar unter den gelisteten Spendern für Collectiv selbst, neben der RTL Gruppe, Google, der Deutschen Bank oder diversen Stiftungen – wie etwa der Brost-Stiftung – mit eindeutigen Beziehungen zu anderen traditionsreichen Mediengruppen.

Mit dieser unabhängigen Unterstützung nun will das Correctiv es sich zur Aufgabe machen, von Facebook Nutzern gemeldete Beiträge auf Richtigkeit zu überprüfen und sie dann je nach Urteil konsequent mit einem Fake News Stempel zu versehen. Dass klassische Medien diese Aufgabe finanzieren scheint bei den Verantwortlichen dabei Hintergedanken zu wecken; nach eigener Aussage wird der Selbstregulierung der Presse nämlich ohnehin vertraut.

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Die inhaltlichen Schwerpunkte lassen sich dabei direkt auf der Internet-Präsenz erkennen. Neben durchaus interessanten Berichten über Wirtschaftskorruption und die Methoden der Pharma-Industrie, kommt man aber auch nicht umhin, das erwartete und tendenziöse Meinungstraktat in Sachen Klimawandel, Migration und Rechtspopulismus vorzufinden. So wird Donald Trumps Meinung zum menschengemachten Klimawandel angeprangert, das sogenannte Racial Profiling der deutschen Polizei kritisiert, in Zusammenarbeit mit dem ARD wird das grausame Vorgehen des bösen Diktators Assad in Syrien aufgedeckt und gemeinsam mit Spiegel Online die niederträchtigen Angriffe der Rechtsradikalen auf Flüchtlingsheime recherchiert.

Die neue Rechte


Neben der direkten Kooperation mit den „klassischen Medien“ fällt dabei besonders die Terminologie der „Neuen Rechten“ auf – eine Kategorisierung, die mutmaßlich alles rechts des eigenen politischen Standpunktes implizieren muss. Nachdem die sogenannte Alt-Right (Alternative Rechte) Bewegung in den USA während des Wahlkampfes an enormer Bedeutung als gelegener Kampfbegriff gewann – sowohl für Medien und Linke, die sich damit ein simples Feindbild schaffen konnten, als auch für alternative Medien und Individuen, die von jener pseudo-konservativen Bewegung Aufmerksamkeit auf sich ziehen und profitieren konnten -, scheint man in Deutschland nun dasselbe Prinzip mit einem minimal modifizierten Begriff zu verfolgen.

Unter der Kategorie der Neuen Rechten findet man eine übersichtliche Mischung aus politischer, medialer und soziologischer Aufklärung über diese aus der Taufe erhobene Bewegung. Über die abgehängte und ach so bedauernswerte Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns, die aus bloßer Verzweiflung die AfD wählen musste, kirchliche Abtreibungsgegner, die vermeintliche Anschlagskampagne gegen Flüchtlingsheime und die viel beschworenen Medien der Neuen Rechten, die Verschwörungstheorien betreiben und russische Propaganda betreiben.

Unter diesen Medien, die gleich eine gesamte siebenteilige Reihe an Artikeln spendiert bekommen, werden unreflektiert alle Medien an den Pranger gestellt, die nicht zum Konglomerat der einheitlichen deutschen Zeitungslandschaft gezählt werden können oder in staatlicher Hand sind. Allesamt sind sie mehr oder weniger rechts und verbreiten oder belegen mehr oder weniger häufig und effektiv diverse Verschwörungstheorien. Russia Today, Junge Freiheit, Deutsche Wirtschaftsnachrichten, PI-News oder Epoch Times – der Kreislauf findet an dieser Stelle schwerlich einen Abbruch, wenn selbst-erklärte unabhängige Journalisten, die offen ihre finanzielle und inhaltliche Zusammenarbeit mit den Öffentlich-Rechtlichen wie auch den großen Verlegerfamlien proklamieren, jenen alternativen Medien ein kollektives Stigma auferlegen wollen, die eben diesen Massenmedien unlautere Absichten vorwerfen. Beinahe weckt es Nostalgie an die infantilen Streitereien damaliger Schulhöfe, wo noch exzessiv vom argumentativen Totschläger Gebrauch gemacht worden ist: „Spiegel!“ Womöglich hatte Rudolf Augstein damals denselben Hintergedanken.

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Massenvernichtungswaffen im Informationszeitalter


Gerade aus dem Hause Axel Springer äußerte sich kürzlich auch Mathias Döpfner dazu, der Vorstandsvorsitzender des Verlages ist. Einen Vergleich mit Orwell bemühend, stellt er in dem Interview eine schlichte Wahrheit klar: Die Prüfung von Fakten und Qualität der Nachrichten ist Aufgabe der Journalisten; nicht die der Regierung oder Facebooks. Ohne eine gewissenhafte Arbeit der Berichterstatter, die auch unbequeme Wahrheiten nicht auslässt und die durch die Qualität ihrer Arbeit aufrecht erhalten wird, statt durch Agenda-getriebene Stiftungen und Subventionen, können Fake News nicht vermieden werden. Schließlich ist das Phänomen der Falschnachrichten und Enten und Gerüchte so alt wie die Zivilisation selbst. Und nicht erst seit dem Wahlkampf in den USA werden diese gezielt und professionell instrumentalisiert, um den eigenen Zielen zu dienen. Insbesondere von Seiten der herrschenden Politik, zu Gunsten ihrer Politik.

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Die Lüge der Massenvernichtungswaffen im Irak steht demonstrativ für die allgemeine Skrupellosigkeit diverser Machtapparate, Informationen und Desinformationen zu Gunsten der eigenen Agenda zu missbrauchen. Tom Curley, Kopf der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP), berichtete 2009 über die massive Propaganda-Maschinerie des US-Militärs unter Präsident Bush, mit bis zu 27.000 Angestellten beim Pentagon, die unter falschen Quellenangaben Berichte und Bilder fingierten und diese in die Medienlandschaft einstreuten. Während der Untersuchungen und Berichterstattung von AP kam es dabei zu Drohungen und Unterdrückungsversuchen von Journalisten seitens der Regierungsangestellten.

Geht man in der Geschichte zurück, findet man die Fake News Methoden der globalen Machtpolitik praktisch an jeder Ecke; Syrien ist dabei lediglich das jüngste Beispiel. Der von westlichen Mächten herbei geführte Regime-Wechsel, die Ausbildung, Bewaffnung und Bezahlung von Terroristen, welche als sogenannte Rebellen gegen den ausgerufenen Massenmörder und Diktator Assad einen verzweifelten Kampf führen, die Verschleierung der Fluchtgründe für die betroffenen Syrer und letztlich die Manipulation von Bildern und Erfindung von Geschichten um den andauernden Krieg und die Sanktionen gegen Syrien in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Dabei wird in der Berichterstattung der etablierten Medien generell alles vermieden, was der gelegenen Narrative widerspricht; Berichte von unabhängige Journalisten, Untersuchungen des US Friedensrates, Erfahrungen von syrischen Anwohnern – all diese werden entweder weiträumig ignoriert, versucht via Diffamierung illegitim aussehen zu lassen oder als Propaganda der feindlichen Seite gebrandmarkt. Ganz so, wie es schon zuvor im Irak, in Afghanistan und Libyen getan wurde. Alles im Sinne der Demokratie und Meinungsfreiheit.

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Die Welt ist voller Lügen


Zurück in Deutschland darf es also auch nicht verwundern, dass die angeschlagene Regierung versucht, ihr Meinungsmonopol aufrechtzuerhalten. Die Wunderwaffe der Staatsmedien, deren Ruf im Fahrwasser von Lügenpresse-Anschuldigungen und GEZ-Verweigerern ebenso am bröckeln ist, soll nun von Seiten der CDU weiter gestärkt werden – vor allem mit Investitionen in das Sprachrohr nach außen, der Deutschen Welle, als Reaktion auf Fake News und die politischen Ambitionen der AfD, die Zwangsgebühren abzuschaffen, deren Legitimität von Richtern ohnehin als zweifelhaft – als Skandal – betrachtet werden. Passend dazu gab es jüngst zwei weitere Erkenntnisse. Erstens: Die Mitarbeiter der Öffentlich-Rechtlichen selbst bestätigen mittlerweile, dass sie keine freie Berichterstattung betreiben und bewusst und gezielt der vorgegebenen Linie der Regierung folgen. Zweitens: Der BND berichtet, dass es keinerlei Beweise für eine russische Intervention in den Medien gibt; keine Manipulation, keine Fake News. Dass dies die deutsche Regierung wenig stört, überrascht dann auch nur noch die wenigsten; die Untersuchungen sollen fortgesetzt werden.

In der Zwischenzeit mehren sich Hinweise und Gerüchte, dass einige große Vertreter der etablierten Medien in den USA sich mittels fragwürdiger Maßnahmen Aufrufe aus China erkauft und ihre Quote damit massiv gefälscht haben. Im Falle der New York Times, deren Zugriff über das Internet in China blockiert ist, gab es innerhalb von drei Monaten eine Erhöhung um ganze 44%.

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Im Falle der Washington Post und des Guardians sind die chinesischen Klicks nahezu aus dem Nichts gekommen und bis auf knapp 60% in beiden Fällen gestiegen. Erklärungsversuche seitens der Betroffenen blieben bislang aus. In der Zwischenzeit zeigt das NDR, wie man Statistiken so auslegt, dass sie wunderbare Abendnachrichten ergeben und der Politik den Rücken stärken. Also alles wie gehabt.

 

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